takemine.gif (2164 Byte)  

Immer noch Minenopfer?

Neue Technik zur Minensuche!
Darmstädter Forscher setzen Kernspintomographie ein(dpa) Darmstädter Forscher wollen Landminen mit Hilfe der Kernspintomographie aufspüren. Den Wissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt gelang es bereits, mit diesem Verfahren kleinste Metallmengen und Sprengstoffspuren sichtbar zu machen.Dies jedenfalls schrieb die Forschergruppe um Markus Nolte im britischen Magazin "Journal of Applied Physics". Ein Minensuchgerät, das auf der Grundlage dieser Methode arbeitet, lässt sich nach Angaben der Forscher aber noch nicht bauen. Nach Schätzungen der Internationalen Anti -Minen -Kampagne liegen noch immer zwischen 60 und 100 Millionen Landminen in 88 Ländern im Boden verborgen. Die Kernspintomographie ist ein Untersuchungsverfahren, das eigentlich von Ärzten eingesetzt wird, um ins Innere des Menschen zu blicken. Der Körper wird dabei vom Computer in Längs -und Querschnitte zerlegt. Der Mensch besteht zum größten Teil aus Wasser, das sich aus Wasserstoff und Sauerstoffatomen zusammensetzt. Einem starken Magnetfeld ausgesetzt, reagieren die posi-tiv geladenen Kerne der Wasserstoffatome im Organismus wie Eisenspäne unter einem gewöhnlichen Magneten: Sie orientieren sich alle in eine Richtung. Mit Hilfe von Radiowellen werden die Atomkerne leicht abgelenkt. Dabei nehmen sie Energie auf. Werden die Radiowellen abgeschaltet, kehren die Kerne wieder in ihre Ausgangslage zurück und geben die aufgenommene Energie in Form schwacher Wellen wieder ab. Deren Signale werden mit Computerhilfe in ein Bild verwandelt.
Den Darmstädtern ist es nun nach eigenen Angaben erstmals gelungen, statt des Wasserstoffes die Kerne des Stickstoffisotops 14 sichtbar zu machen. Diese Atome sind in fast jedem Sprengstofftyp enthalten. So lässt sich bereits ein halbes Gramm des Sprengstoffs Trinitrotoluol (TNT) nachweisen. Auch winzige Metallspuren wurden mit dem Kernspintomographen entdeckt.
Die Experten wollen ihre Methode schon bald im Freien testen. "Bisher ist jedoch noch unklar, wie ein am Einsatzort erzeugtes Magnetfeld in den Boden gelangen soll", sagte Nolte.Ausschnitt aus der Rhein-Zeitung von 01.12.1998.Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Schlacht von EI Alamein fordern Minen immer noch Opfer ."Wenn ich nür ein Bein von dir kaufen will,

 

 

 
bekomme ich das nicht für eine Million", sagt der Sohn von Assa Saad Ibrahim.Die Beinprothese der 70jährigen steckt in einem blauen Turnschuh."Das Bein macht mich kaputt. Die Schmerzen bringen noch um", klagt sie. Eirüge Jahre bekam sie zehn ägyptische Pfund (fünf Mark) pro Monat staatliche Hilfe, bis diese gestrichen wurde jetzt will die Familie von Deutschland Geld für eine Behandlung der Mutter und eine Einmalzahlung beispielsweise für den Kauf eines Taxis, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können.Es war 1960, als die damals 32jährige Beduinin in der Wüste von EI Alamein Feuer machen wollte. Die Explosion zerfetzte ihr Bein. Letztes Opfer ist die 15 -jährige Madula, der am 8. September eine Mine die rechte Hand und beide Beine abriß.56 Jahre nach der Schlacht von EI Alamein, als alliierte Truppen die deutsch-italienische Panzerarrnee unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel zum Stehen brachten, verbreiteten die Panzerminen noch Angst und Schrecken. "Felder des Teufels" nennen die Beduinen das Land."Wir sind Gefangene des Minenstreifens. Es kann jederzeit explodieren", sagt General Abu el Ghit vom Stadtrat in EI Alamein. 31 der 5000 Einwohner sind bislang von Minen verletzt worden. Nach ägyptischen Regierungsangaben starben insgesamt 690 Menschen. 7617 wurden teilweise schwer verletzt. Nach Darstellung des ägyptischen Verteidigungsministeriums ist der Boden von EI Alamein bis zur lybischen Grenze nüt 17 Millionen Minen verseucht. Dagegen meinen deutsche Militärhistoriker, daß nur eine Million Minen verlegt wurden. Diese ein halbes Jahrhundert nach Kriegs- ende aufzuspüren, ist schwierig. Sandstürme, Wanderdünen und Regenfälle haben die Panzerminen weit verstreut und teilweise meterhoch zugedeckt.70 Millionen US-Dollar hat Ägypten nach eigener Darstellung bislang zur Minenbeseitigung ausgegeben.Weitere 200 Millionen soll die restliche Räumung bis zum Jahr 2006 noch kosten. "Von Deutschland wird es keinen Blankoscheck geben", sagt ein deutscher Diplomat, der anonym bleiben möchte. Es sind zwei Dinge, die Geberländer eher zurückhaltend agieren lassen. Zum einen beklagen Militärs, daß kein systematisches Räumen der Minen erkennbar sei. zum anderen produziert und verkauft Agypten selbst Anti-Personenminen.