Immer noch Minenopfer?
Neue Technik zur Minensuche!
Darmstädter Forscher setzen Kernspintomographie ein(dpa) Darmstädter
Forscher wollen Landminen mit Hilfe der Kernspintomographie aufspüren.
Den Wissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt gelang
es bereits, mit diesem Verfahren kleinste Metallmengen und Sprengstoffspuren
sichtbar zu machen.Dies jedenfalls schrieb die Forschergruppe um
Markus Nolte im britischen Magazin "Journal of Applied Physics".
Ein Minensuchgerät, das auf der Grundlage dieser Methode arbeitet,
lässt sich nach Angaben der Forscher aber noch nicht bauen. Nach
Schätzungen der Internationalen Anti -Minen -Kampagne liegen noch
immer zwischen 60 und 100 Millionen Landminen in 88 Ländern im
Boden verborgen. Die Kernspintomographie ist ein Untersuchungsverfahren,
das eigentlich von Ärzten eingesetzt wird, um ins Innere des Menschen
zu blicken. Der Körper wird dabei vom Computer in Längs -und Querschnitte
zerlegt. Der Mensch besteht zum größten Teil aus Wasser, das sich
aus Wasserstoff und Sauerstoffatomen zusammensetzt. Einem starken
Magnetfeld ausgesetzt, reagieren die posi-tiv geladenen Kerne der
Wasserstoffatome im Organismus wie Eisenspäne unter einem gewöhnlichen
Magneten: Sie orientieren sich alle in eine Richtung. Mit Hilfe
von Radiowellen werden die Atomkerne leicht abgelenkt. Dabei nehmen
sie Energie auf. Werden die Radiowellen abgeschaltet, kehren die
Kerne wieder in ihre Ausgangslage zurück und geben die aufgenommene
Energie in Form schwacher Wellen wieder ab. Deren Signale werden
mit Computerhilfe in ein Bild verwandelt.
Den Darmstädtern ist es nun nach eigenen Angaben erstmals gelungen,
statt des Wasserstoffes die Kerne des Stickstoffisotops 14 sichtbar
zu machen. Diese Atome sind in fast jedem Sprengstofftyp enthalten.
So lässt sich bereits ein halbes Gramm des Sprengstoffs Trinitrotoluol
(TNT) nachweisen. Auch winzige Metallspuren wurden mit dem Kernspintomographen
entdeckt.
Die Experten wollen ihre Methode schon bald im Freien testen. "Bisher
ist jedoch noch unklar, wie ein am Einsatzort erzeugtes Magnetfeld
in den Boden gelangen soll", sagte Nolte.
Ausschnitt aus der Rhein-Zeitung von 01.12.1998
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Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Schlacht
von EI Alamein fordern Minen immer noch Opfer ."Wenn ich nür
ein Bein von dir kaufen will, bekomme ich das nicht für eine Million",
sagt der Sohn von Assa Saad Ibrahim.Die Beinprothese der 70jährigen
steckt in einem blauen Turnschuh."Das Bein macht mich kaputt.
Die Schmerzen bringen noch um", klagt sie. Eirüge Jahre bekam
sie zehn ägyptische Pfund (fünf Mark) pro Monat staatliche Hilfe,
bis diese gestrichen wurde jetzt will die Familie von Deutschland
Geld für eine Behandlung der Mutter und eine Einmalzahlung beispielsweise
für den Kauf eines Taxis, um den Lebensunterhalt bestreiten zu
können.Es war 1960, als die damals 32jährige Beduinin in der Wüste
von EI Alamein Feuer machen wollte. Die Explosion zerfetzte ihr
Bein. Letztes Opfer ist die 15 -jährige Madula, der am 8. September
eine Mine die rechte Hand und beide Beine abriß.56 Jahre nach der
Schlacht von EI Alamein, als alliierte Truppen die deutsch-italienische
Panzerarrnee unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel zum Stehen
brachten, verbreiteten die Panzerminen noch Angst und Schrecken. "Felder
des Teufels" nennen die Beduinen das Land."Wir sind Gefangene
des Minenstreifens. Es kann jederzeit explodieren", sagt General
Abu el Ghit vom Stadtrat in EI Alamein. 31 der 5000 Einwohner sind
bislang von Minen verletzt worden. Nach ägyptischen Regierungsangaben
starben insgesamt 690 Menschen. 7617 wurden teilweise schwer verletzt.
Nach Darstellung des ägyptischen Verteidigungsministeriums ist
der Boden von EI Alamein bis zur lybischen Grenze nüt 17 Millionen
Minen verseucht. Dagegen meinen deutsche Militärhistoriker, daß nur
eine Million Minen verlegt wurden. Diese ein halbes Jahrhundert
nach Kriegs- ende aufzuspüren, ist schwierig. Sandstürme, Wanderdünen
und Regenfälle haben die Panzerminen weit verstreut und teilweise
meterhoch zugedeckt.70 Millionen US-Dollar hat Ägypten nach eigener
Darstellung bislang zur Minenbeseitigung ausgegeben.Weitere 200
Millionen soll die restliche Räumung bis zum Jahr 2006 noch kosten. "Von
Deutschland wird es keinen Blankoscheck geben", sagt ein deutscher
Diplomat, der anonym bleiben möchte. Es sind zwei Dinge, die Geberländer
eher zurückhaltend agieren lassen. Zum einen beklagen Militärs,
daß kein systematisches Räumen der Minen erkennbar sei. zum anderen
produziert und verkauft Agypten selbst Anti-Personenminen. 
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